Die BIOS-Version findest du je nach System in Sekunden oder direkt im Firmware-Menü
- Unter Windows ist `msinfo32` der schnellste Einstieg für Einzelgeräte.
- Für Admins ist PowerShell mit `Get-CimInstance Win32_BIOS` die robustere Lösung.
- Wenn Windows nicht startet, hilft der Blick ins BIOS- oder UEFI-Setup.
- Unter Linux liefert `dmidecode` die Firmwaredaten direkt aus den SMBIOS-Tabellen.
- Die Anzeige ist nicht immer selbsterklärend, weil Hersteller Version und Datum unterschiedlich formatieren.
- Ein Update lohnt sich nur, wenn der Hersteller dafür einen konkreten Grund nennt.
Die schnellste Prüfung unter Windows
Für die meisten Windows-PCs starte ich zuerst die Systeminformationen. Drücke dafür `Win + R`, tippe `msinfo32` ein und bestätige mit Enter. Im Fenster Systeminformationen findest du in der Übersicht den Eintrag BIOS-Version/-Datum; dort steht normalerweise die aktuelle Firmware-Version deines Geräts.
Das ist der pragmatische Weg, wenn du nur schnell prüfen willst, ob auf dem Rechner eine bestimmte Version läuft. Ich öffne `msinfo32` gern direkt als Administrator, weil die Anzeige dann in der Regel sauberer und aktueller ist. Für eine Einzelprüfung reicht das völlig aus, und du musst weder mit Konsole noch mit Skripten arbeiten.| Methode | Wofür sie gut ist | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| msinfo32 | Einzelner Windows-PC | Schnell und grafisch | Wenig geeignet für Massenabfragen |
| PowerShell | Support und Inventarisierung | Skriptbar und remote-fähig | Etwas technischer |
| BIOS/UEFI-Setup | Wenn das Betriebssystem nicht startet | Quelle direkt am Gerät | Nur nach Neustart erreichbar |
| dmidecode | Linux und Server-Umgebungen | Direkt aus den SMBIOS-Daten | Meist Root-Rechte nötig |
Wenn ich nur einen Rechner prüfe, genügt `msinfo32`. Sobald es um wiederholbare Prozesse oder mehrere Geräte geht, wechsle ich auf PowerShell. Genau da wird die Sache für die Systemverwaltung deutlich effizienter.
Für Admins ist PowerShell die robustere Variante
Unter Windows ist PowerShell für mich die sauberere Lösung, wenn ich die BIOS-Version nicht nur einmalig sehen, sondern dokumentieren oder automatisieren will. Der passende Weg führt über die WMI-Klasse Win32_BIOS, die die Firmwaredaten des Rechners bereitstellt.
Get-CimInstance -ClassName Win32_BIOS | Select-Object SMBIOSBIOSVersion, Manufacturer, ReleaseDate, Version
Wichtig ist dabei vor allem SMBIOSBIOSVersion. Dieser Wert kommt aus den SMBIOS-Daten und ist in der Praxis oft die klarste Kennung der installierten Firmware. Die frühere Praxis mit `wmic bios get smbiosbiosversion` würde ich heute nicht mehr als Standard empfehlen, weil WMIC in aktuellen Windows-Versionen abgekündigt ist und in neueren Builds nicht mehr die erste Wahl sein sollte.
Der Vorteil von PowerShell liegt nicht nur in der Ausgabe auf dem Bildschirm. Ich kann dieselbe Abfrage in Inventarisierung, Remote-Support oder Compliance-Checks einbauen und bekomme pro Gerät genau die Felder zurück, die ich brauche. Wenn du im Alltag mehrere Systeme betreust, spart das Zeit und verhindert manuelle Fehler.
Wenn die grafische Oberfläche nicht verfügbar ist oder ich mehrere Rechner inventarisiere, wechsle ich auf PowerShell. Und wenn das Betriebssystem selbst nicht mehr sauber startet, gehe ich eine Stufe tiefer ins Firmware-Menü.

Im BIOS oder UEFI selbst nachsehen
Ist Windows beschädigt, verschlüsselt oder schlicht nicht erreichbar, prüfe ich die Version direkt im BIOS- oder UEFI-Setup. Das ist die verlässlichste Methode am Gerät selbst, weil du die Firmware dort ohne Umweg über das Betriebssystem siehst.
- PC neu starten.
- Während des Bootens die herstellerspezifische Taste drücken, häufig `F2`, `F10`, `Entf` oder `Esc`.
- Im Menü nach System Information, Main, Information oder Firmware suchen.
- Die Zeile mit BIOS-Version, Revision oder Firmware-Version notieren.
Bei vielen Geräten von HP und Lenovo liegt die Angabe genau in diesen Bereichen. Der Menüname variiert, der Inhalt ist aber derselbe: Du suchst nach der installierten Version und oft auch nach dem Build-Datum. Gerade bei Notebooks ist das sinnvoll, weil Hersteller an derselben Modellreihe mehrere Firmwarestände ausliefern können.
Ich verlasse mich auf diese Ansicht besonders dann, wenn ich prüfen will, ob Windows und Firmware wirklich denselben Stand melden. Das ist wichtig, weil die Anzeige im Betriebssystem nicht automatisch erklärt, warum eine Version so heißt. Im nächsten Schritt geht es deshalb darum, die Zahl richtig zu lesen.
Unter Linux und in gemischten Umgebungen
Auf Linux-Systemen nutze ich für die Abfrage meist `dmidecode`. Das Werkzeug liest die DMI- beziehungsweise SMBIOS-Tabellen aus und zeigt die Firmwareinformationen direkt an. Für die reine BIOS-Version genügt oft dieser Befehl:
sudo dmidecode -s bios-version
Wenn du zusätzlich das Datum sehen willst, ist dieser Aufruf praktischer:
sudo dmidecode -t bios
Der Haken: `dmidecode` braucht in der Regel Root-Rechte, und die gelieferten Daten hängen davon ab, wie sauber der Hersteller die SMBIOS-Informationen gepflegt hat. Auf manchen Systemen sind die Angaben sehr präzise, auf anderen wirken sie lückenhaft oder etwas generisch. Das ist kein Fehler von Linux allein, sondern oft eine Frage der Firmwarequalität.
Für gemischte Umgebungen, etwa wenn Windows-Clients und Linux-Server gemeinsam verwaltet werden, orientiere ich mich an derselben Logik: lokale Oberfläche für den Schnellcheck, Skript oder Terminal für den Betrieb in Serie. Damit bleibt die Abfrage nachvollziehbar, egal auf welchem System sie läuft.
Sobald die Zahl auf dem Bildschirm steht, ist die eigentliche Arbeit aber noch nicht erledigt. Man muss sie auch richtig einordnen.So lese ich die Anzeige richtig
Die BIOS- oder UEFI-Version ist keine universelle Zahl, die sich zwischen Herstellern direkt vergleichen lässt. Ein Gerät meldet vielleicht etwas wie `A17`, ein anderes `F.28` oder `1.15.0`. Das sagt erst einmal nur, wie der jeweilige Hersteller seine Firmwarestände benennt. Ich vergleiche Versionen deshalb nie herstellerübergreifend, sondern immer nur innerhalb desselben Modells und derselben Plattform.
Auch das Datum ist nicht immer so eindeutig, wie es aussieht. In manchen Tools steht dort der Build- oder Release-Zeitpunkt, in anderen ein internes Datum aus den SMBIOS-Daten. Wenn Version und Datum nicht perfekt zusammenpassen, ist das nicht automatisch ein Warnsignal. Wichtiger ist, ob die Angabe zum Modell passt und ob sie mit der Firmwareseite des Herstellers übereinstimmt.
Technisch laufen aktuelle Rechner meist mit UEFI, auch wenn viele Oberflächen weiterhin von BIOS sprechen. Das ist historisch gewachsen und kein Grund zur Verwirrung. Im Alltag bedeutet es nur: Die Begriffe werden oft gemischt, die Firmware selbst bleibt trotzdem die Schicht, die du prüfen willst.
Ich gehe deshalb immer mit derselben Frage an die Anzeige heran: Hilft mir diese Version dabei, ein Update, einen Fehler oder eine Freigabe richtig zu bewerten? Wenn die Antwort ja ist, ist die Zahl nützlich. Wenn nicht, bleibt sie bloß eine technische Etikette.
Die häufigsten Fehler beim Auslesen
In der Praxis sehe ich immer wieder dieselben Stolperfallen. Die meisten kosten nicht viel Zeit, führen aber schnell zu falschen Schlüssen.
- Man verwechselt die BIOS-Version mit einem anderen Firmwarestand, etwa von Mainboard, SSD oder Grafikkarte.
- `msinfo32` wird aus einem veralteten Screenshot oder ohne Administratorrechte beurteilt, obwohl sich der Stand inzwischen geändert hat.
- Auf virtuellen Maschinen wird die virtuelle Firmware des Hypervisors mit der physischen Host-Firmware verwechselt.
- WMIC wird noch aus alten Anleitungen übernommen, obwohl PowerShell heute die bessere Basis ist.
- Es wird ein Update-Paket geladen, das zwar ähnlich aussieht, aber nicht exakt zum Modell passt.
Der letzte Punkt ist der gefährlichste. Ein falsches BIOS-Paket kann ein Gerät im schlimmsten Fall unbrauchbar machen. Deshalb prüfe ich vor jedem Update nicht nur die Versionsnummer, sondern immer auch Modellbezeichnung, Board-ID und Herstellerfreigabe.
Genau dort entstehen die meisten Fehlentscheidungen, und deshalb lohnt der letzte Abgleich vor dem eigentlichen Update besonders.
Was ich vor einem BIOS-Update immer gegenprüfe
Wenn die Version feststeht, frage ich nicht sofort nach dem neuesten Paket, sondern nach dem konkreten Anlass. Der Hersteller sollte klar benennen, was das Update verbessert: Sicherheitslücke, Stabilität, Kompatibilität mit neuer Hardware oder ein Fehler im Bootverhalten. Ohne solchen Grund aktualisiere ich Firmware nur vorsichtig und nicht aus Routine.
- Stimmt das exakte Modell, inklusive Untervariante?
- Passt die aktuelle Version zur Freigabe des Herstellers?
- Gibt es ein Changelog, das mein Problem wirklich betrifft?
- Ist die Stromversorgung während des Updates gesichert?
- Sind Verschlüsselung und Wiederherstellungsdaten verfügbar, falls der Start danach neu initialisiert werden muss?
Ich schaue außerdem darauf, ob das Gerät stabil läuft, bevor ich überhaupt an ein Update denke. Wenn ein System keine Probleme zeigt und der Hersteller keinen klaren Mehrwert nennt, ist Zurückhaltung oft die bessere Administrationsentscheidung. Wer die BIOS-Version sauber ausliest, den Stand einordnet und erst dann das passende Paket prüft, arbeitet deutlich zuverlässiger als jemand, der nur auf eine höhere Zahl fixiert ist.